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Häufig gestellte Fragen zum MicroCupper

Wie schnell ist ein Micro?

Mit einer Segeltragezahl von 6,5 (Segelfäche im Verhältnis zum Gewicht) gehört ein Micro mit zu den schnellsten bewohnbaren Kajütbooten, die es auf dem deutschen Markt in der Größenkategorie bis 7 Meter zu kaufen gibt. Micros erreichen bereits bei zwei bis drei Windstärken ihre Rumpfgeschwindigkeit. Ab 4 Windstärken gerät ein Micro unter Spinacker ins gleiten. Im direkten Vergleich sind Fahrtenyachten erst ab 8 Meter wieder in der gleichen Geschwindigkeitsklasse zu finden. Micro-Protos haben einen Yardstickwert von 110. Zum Vergleich: Condor 55= 116, Fam=119, Hai590=119, Dehler 22=112, Varianta=115, Neptun22=118. (Ein Yardstickpunkt weniger = Eine Minute schneller auf 60 Minuten) In Yardstickwettfahrten, in denen die verschiedensten Boote gegeneinander antreten, erreichen Micros selbst nach gesegelter Zeit fast immer die vordersten Plätze. Segler, die das erste Mal auf einem Micro sitzen, sind besonders über die unglaublichen Manövriereigenschaft erstaunt. Aufkreuzen selbst auf engstem Raum zwischen Stegen ist kein Problem. Ein Vollkreis kann in nur wenig mehr als einer Bootslänge gedreht werden.

Wie viel Mitsegler brauche ich bei einer Regatta?

Micros sind für eine Besatzung von drei erwachsenen Personen ausgelegt. Es hat sich ein Crewgewicht zwischen 180 und 250 Kilo bewährt. Prototypen müssen bei Regatten grundsätzlich mit drei Personen antreten. Kreuzer und Regattaboote können auf Binnenrevieren auch nur zu zweit gesegelt werden. Auf Seerevieren müssen alle Klassen zu dritt gesegelt werden. Die Anzahl der Crew darf zwischen den Regattaläufen nicht mehr verändert werden. Fragen Sie die Klassenvereinigung, falls Ihnen eine Crew fehlt. Hieran soll Ihre Regattateilnahme nicht scheitern.

Wie sicher ist ein Micro?

Micros sind dank ihrer Entstehung in Frankreich durch die dort geltenden Sicherheitsbestimmungen recht sichere Schiffe. Jedes gebaute Schiff muss bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Dazu gehört eine Unsinkbarkeit durch Einbau von Lufttanks oder Festauftriebskörpern. Ein Micro kann also unter normalen Umständen nicht sinken. Alle Cockpits dieser Schiffe sind selbstlenzend. Ins Cockpit eingedrungenes Wasser läuft also über das Heck wieder hinaus. Die Klassenvorschriften fordern zusätzlich ein komplettes Sicherheitspaket, bestehend aus Ankergeschirr, Schwimmwesten, Rettungsring, 1. Hilfekasten und Paddeln. Zusätzlich muss bei jedem Micro die Kajüte während des Segelns verschließbar sein. Micros besitzen auch genug Ballast, damit sich ein Schiff, wenn es auf der Seite liegt und am Masttop ein Gewicht von 10kg ist, wieder aufrichtet. Trotzdem sind Kenterungen unter Extrembedingungen schon vorgekommen. Die Klassenvorschriften schreiben vor, dass in einen auf der Seite liegenden Micro kein Wasser in die Kajüte eindringen darf. Micros sind also keine "Hochseeschiffe", sondern vielmehr kleine Kreuzer, die auf Binnenseen und in Küstennähe sicheres und sportliches Segeln ermöglichen.

Haben Micros Wohnkomfort unter Deck?

Die Serienregattaschiffe besitzen mindestens drei Kojen, die auch mit Polstern versehen sind. Ausserdem haben sie Fenster in der Seite und eine Verkleidung des Innenraums mit Teppich. Hier kann man einen Kurzurlaub drauf verbringen, wenn man keine zu hohen Ansprüche stellt. Fürs „Daysailing“ bieten diese Schiffe auf jeden Fall genug Komfort. Die Kreuzer sind richtige kleine Fahrtenschiffe. Sie haben meisstens viel Wohnraum unter Deck und eine kleine Küche und ein paar Schränke fest eingebaut. In den sogenannten "Protos" ist kein Komfort unter Deck zu erwarten. Auch wenn sie zwei Kojen haben müssen, kann man hier höchstens mal eine Nacht auf einer Luftmatratze als Zeltersatz verbringen.

Wie teuer sind gebrauchte Micros?

Je nach Alter und Zustand bekommt man Micros ab 2.500 Euro. Gute Schiffe, die auch auf Regatten mitsegeln können, bekommt man ab ca. 5.000 Euro.

Mit welchen Autos trailern?

Micros wiegen zwischen 450-650 Kilo. Hinzu kommt der Trailer (gebremster Einachser). Man kann also je nach Kategorie und Ausrüstung mit Gewichten zwischen 550 und 900 Kilo rechnen. Jeder kleinere Mittelklassewagen ab „Golf“-Grösse kann also einen Micro trailern.

Muss man Micros kranen oder kann man sie slippen?

Dank des geringen Gewichts können Micros ohne größere Probleme geslippt werden, wenn eine ordentliche Slipbahn vorhanden ist. Der Trailer sollte mit einer Winde ausgerüstet sein. Slippen am Sandstrand ist nicht möglich.

Wo kann man Micros kaufen?

Gebrauchte Micros stehen hier im Internet inseriert. Es lohnt sich aber auch, die entsprechenden Anzeigenblätter durchzusehen. Häufig stehen die Micros aber nicht unter „Micro“, sondern unter ihrem Typennamen. Es lohnt sich auch, in Holland, Belgien, Frankreich oder Polen nach Angeboten zu schauen. Neue Micros werde meistens direkt von den Werften oder Händlern vertrieben. Nicht alle Micros werden zur Zeit noch gebaut. Die Internetadresse vieler Werften ist auf unserer Homepage, oder auf der Seite der Internationalen KV abrufbar.

Welcher Micro für was?

Prototypen (Windjammer, Opus, Hot-Boat, Lucas, Arte,...) sind Schiffe, die in erster Linie für das Regattasegeln auf reinen Microregatten konstruiert sind. Sie sind extrem schnell, haben aber selbst für ein gemütliches Kaffeesegeln am Sonntag recht wenig Komfort.

Serien-Regattaschiffe (Microsail, Neptune,...) sind Schiffe, die auf einer reinen Micro-Regatta, in der Lage sind bei guten Bedingungen den einen oder anderen Proto zu schlagen. Die Serienwertung auf diesen Regatten gewinnen sie häufig. Im allgemeinen sind sie aber Schiffe, die bei Yardstickregatten und Clubmeisterschaften sportlich gesegelt werden können, häufig gewinnen und trotzdem ein wenig Fahrtensegelkomfort bieten.

Kreuzer (Sailart 18, First 18, Kelt 5,50, Micro Challenger,...) sind ebenfalls noch lebendige und schnelle Schiffe, mit denen man mit viel Spass eine Regatta segeln kann. Sie bieten aber zusätzlich die Möglichkeit zum bequemen Tourensegeln.

Informationen zu den einzelnen Typen:
Zu den gebräuchlicheren Bootstypen, wie First, Kelt, Sailart, Microsail, Corsaire und Challenger existieren Testberichte der großen Yachtzeitschriften und Original-Prospekte, die teilweise auch über unsere Links abrufbar sind, bei den entsprechenden Zeitschriftenredaktionen bestellt werden können oder aber in unserem Archiv zu finden sind.

Worauf achten beim Bootskauf?

Wie bei jedem Bootskauf sollte man sich das Schiff sehr genau auch in die "Ecken" schauen. Grundsätzlich gilt: Alter ist weniger wichtig als Pflegezustand. Ein gut gepflegtes GFK-Schiff ist auch nach über 30 Jahren noch gut segelbar, ein 15-jähriges ohne Pflege nicht. Die Pflege hängt nicht allein nur vom "Putzzustand" des Schiffes ab, sondern vom Gesamtzustand: Kratzer, Lack/Öl auf Holzteilen, sachgemäße Reparaturen, gute und gewartete Beschläge (...).
Micros sind eigentlich robuste Schiffe. Zu achten ist auf den Kielkasten (Hintere Kante wird beim Auflaufen schnell beschädigt) und die Kielaufhängung bei Hubkielern. Das Gelcoat im Bereich um dem Mastfuss, die Wantenaufhängung und das Ruder sollte nicht zu "weich" sein oder übermässig viele Risse haben, wobei einzelen Risse durchaus vorkommen können. Vorsicht bei Schiffen mit Blasen oder Gelcoatabsplitterungen auf gerade Flächen im Unterwasserbereich. Das könnte Osmose sein und muss auf jeden Fall von einem Fachmann betrachtet werden. Wenn möglich, die ausgeschäumten Auftriebstanks auf Feuchtigkeit untersuchen. Im Schaum kann sich Feuchtigkeit sammeln und langsam von Innen das GFK weich machen. Am besten ist es immer, jemanden mit ein wenig Ahnung zur Besichtigung mit zu nehmen und sich das Schiff sowohl an Land, wie auch im Wasser zeigen zu lassen. Es sollten immer ein ordentlicher Kaufvertrag gemacht werden. (Mustervetrag unter "Tips&Tricks")

Wie lerne ich die Microklasse kennen?

Am einfachsten ist es, sich mit den Kontaktpersonen der Klassenvereinigung einfach mal ganz unverbindlich per E-Mail oder Telefon in Verbindung zu setzen. Wenn man möchte, kann dann sicherlich ein Treffen auf einer der zahlreichen Regatten in ganz Deutschland abgesprochen werden, wo man sich die verschiedenen Schiffe mal von nahem anschauen und mal "Microluft" schnuppern kann. Evtl. findet sich sogar die Gelegenheit mal eine "Proberunde" mitzusegeln.